Stadt Jena als Modellprojekt im Forschungsfeld Green Urban Labs ausgewählt

Durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit wurde im Rahmen des Weißbuchprozesses das Forschungscluster „Grün in der Stadt“ als Teil der Innovationsplattform Zukunftstadt eingerichtet. Dabei wurde „Green Urban Labs“ als erstes, neues Forschungsfeld im Rahmen des Forschungsprogramms "Experimenteller Wohnungs- und Städtebau" (ExWoSt) vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung gestartet. Als Labs (Labore) angelegt, fördern die Modellvorhaben kreative Prozesse des Erprobens und folgen einer anderen Logik als der des „klassischen“ Umgangs mit Grünanlagen im Stadtraum. Sie sollen Wege aufzeigen, wie die Lebensqualität durch grüne Projekte verbessert werden kann. Dabei wurden die Kommunen aufgerufen sich mit innovativen Ansätzen und Konzeptideen für eine zeitgemäße Grün- und Freiraumentwicklung in urbanen Räumen zu bewerben.

Wir freuen uns, dass Jena als eine solche Modellkommune ausgewählt wurde und das Projekt „Grüne Klimaoasen im urbanen Stadtraum Jenas“ so im Zeitraum von 2017 bis 2020 gefördert wird.

 

                                       © Meyer (2010)

Das Jenaer Modellvorhaben „Grüne Klimaoasen im urbanen Stadtraum“ wird mit dem Ziel der Sicherung eines angenehmen Klimas im gesamten Stadtgebiet wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse zur strategischen Planung grüner Infrastrukturen anwenden. Damit soll ein Beitrag zur Bewältigung der Klimafolgen in der wachsenden und klimatisch sensiblen Stadt Jena geleistet und letztlich die Lebensqualität für die Bewohnerinnen und Bewohner verbessert werden. Kernstück dieser Strategie soll ein zusammenhängendes, flächendeckendes Netz aus multifunktionalen Klimakomfortinseln sein. Die Gesamtstrategie wird Grundlage zukünftiger städtischer Entscheidungen zur Inanspruchnahme von öffentlichen Räumen.

Projekt "Klimaanpassung in Kitas und Schulen" gestartet

Mit der Jenaer Klimaanpassungsstrategie (JenKAS) wurde zwischen 2009 und 2012 ein gesamtstädtisches Grundlagenkonzept zur Anpassung der Stadt Jena an die Folgen des Klimawandels erarbeitet. Die Wärmebelastung für die Jenaer Bevölkerung wurde darin als eine wesentliche zukünftige klimawandelbedingte Betroffenheit für die Stadt Jena identifiziert.

Kinder und Jugendliche, insbesondere aber Kleinkinder (bis etwa 6 Jahre) gelten als besonders sensibel gegenüber Hitze und intensiver Sonneneinstrahlung. In der Regel halten sich diese zum Zeitpunkt der größten Wärmebelastung (zwischen 12 und 15 Uhr) im Außenbereich von Kitas und Schulen auf.

Ziel des Pilotprojektes ist deshalb eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität in diesen Einrichtungen an Tagen mit einer besonders hohen Wärmebelastung. Durch die Untersuchung aller kommunalen Einrichtungen auf wesentliche Klimaanpassungsfaktoren (insbesondere Hitze) sollen kleinräumige und objektgebundene Handlungsempfehlungen abgeleitet werden. Durch den Gebäudeeigentümer Kommunale Immobilien Jena (KIJ) können diese für die energetische und klimatische Optimierung des kommunalen Gebäudebestandes (Technische Gebäudeausrüstung und zugehörige Freiräume) herangezogen werden.

Mit der Durchführung des Pilotprojektes soll einerseits ein methodischer Rahmen entwickelt und geprüft werden, inwieweit die Wärmebelastung an städtischen Einrichtungen identifiziert und nach Möglichkeit quantifiziert werden kann. Andererseits sollen im Ergebnis auch räumlich konkrete Handlungsempfehlungen für die einzelnen Einrichtungen gegeben werden.

Der Zeitplan des Projektes sieht eine Bearbeitung zwischen April und Oktober 2017 vor.

Broschüre "Ausgezeichnete Praxisbeispiele" erschienen

Die Broschüre "Ausgezeichnete Praxisbeispiele: Klimaaktive Kommune 2016" wurde vom Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu) veröffentlicht. Darin werden alle Gewinnerbeiträge des Bundeswettbewerbes "Klimaaktive Kommune 2016" vorgestellt und gewürdigt. Die Stadt Jena wurde für das Projekt "Stadt- und Straßenbäume im Klimawandel" in der Kategorie 2 "Klimaanpassung in der Kommune" ausgezeichnet, zu finden ab Seite 40 der Publikation.

Diese kann über nachfolgenden Link als barrierefreies Online-PDF bezogen werden:

https://difu.de/publikationen/2017/ausgezeichnete-praxisbeispiele.html

Weitere Informationen zum Wettbewerb:

www.klimaschutz.de/wettbewerb

Broschüre „Bäume in Jena“

Im Rahmen der „Schriftenreihe zur Stadtentwicklung“ ist pünktlich zur Preisverleihung im Wettbewerb »Klimaaktive Kommune 2016« die Broschüre „Bäume in Jena - Stadt- und Straßenbäume im Klimawandel“ erschienen. Das prämierte Konzept zeigt als Planungshilfe auf, wie der Baumbestand in Jena durch Analyse des Standortes und durch die gezielte Auswahl der Baumart entwickelt und an die Herausforderungen des Klimawandels angepasst werden kann.

Mit Unterstützung des Thüringer Instituts für Nachhaltigkeit und Klimaschutz (ThINK) und in enger Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Andreas Roloff als Leiter der Professur für Forstbotanik an der TU Dresden, dem Landschafts-architekten Ulrich Boock aus Jena sowie dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung Leipzig konnte dem Projekt eine beachtliche wissenschaftliche Substanz gegeben werden.

Wir wünschen dem Konzept positive Resonanz und breite Anwendung - weit über Stadtverwaltung und Eigenbetriebe der Stadt Jena hinaus, damit unsere grüne Infrastruktur aktiv an die Herausforderungen des Klimawandels angepasst werden kann - zum Nutzen der Lebensqualität in unserer schönen Stadt.

Die Broschüre kann hier unter "Downloads" heruntergeladen werden.

28. November 2016 – Preisträger im Wettbewerb „Klimaaktive Kommune 2016“

Die Stadt Jena wurde am 28.10.2016 im Wettbewerb »Klimaaktive Kommune 2016« für die Koordinierung und Umsetzung des Konzepts »Stadt- und Straßenbäume im Klimawandel« ausgezeichnet. Es gab elf Bewerber, aus denen drei Gewinner ausgewählt wurden. Ausgeschrieben wurde der Wettbewerb vom Bundesumweltministerium und dem Deutschen Institut für Urbanistik. Kooperationspartner sind der Deutsche Städtetag, der Deutsche Landkreistag und der Deutsche Städte- und Gemeindebund.

Der Dezernent für Stadtentwicklung und Umwelt Denis Peisker nahm den Preis in Berlin entgegen (Foto: hier).

Der Preis ist für uns eine Bestätigung der großen Bemühungen und der zahlreichen Aktivitäten in den Bereichen Klimaschutz und Klimaanpassung in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten. Gleichzeitig ist er aber auch Auftrag und Ansporn, den eingeschlagenen Pfad weiterzuverfolgen.

Das Preisgeld soll zur Förderung eines umfassenden Klimaprojektes in Jenas Partnerstadt in Nicaragua verwendet werden. Mit den Mitteln soll die Biogasanlage in San Marcos reaktiviert und weitergenutzt werden. Die Nutzung der Anlage soll dabei gleichzeitig mit umfassenden ökologischen Maßnahmen verbunden werden. Der Gewinnerfilmbeitrag, weitere Informationen zum Wettbewerb sowie Fotos von der Veranstaltung und vom ausgezeichneten Projekt unter www.klimaschutz.de/wettbewerb2016.

27. April 2016 - Stadtratsbeschluss

Nachdem die Konzeption am 14.04.2016 durch den Stadtentwicklungsausschuss der Stadt Jena  als kommunale Leitlinie und Handlungsgrundlage für Fachplanungen bestätigt wurde, hat auch der Jenaer Stadtrat in seiner Sitzung am 27.04.2016 das Stadt- und Straßenbaumkonzept beschlossen.

Beschlusspunkte :

001

Die Konzeption „Stadt- und Straßenbäume im Klimawandel“ wird als kommunale Leitlinie und Handlungsgrundlage für Fachplanungen bestätigt. Investive Einzelmaßnahmen sind jeweils separat im Haushalt in Verantwortlichkeit der jeweiligen Ressorts zu verankern.

002

Bei geplanten Pflanzungen von Bäumen mit einem möglichen invasiven Potential (in Baumartenliste gekennzeichnet) ist die Artenauswahl mit dem Fachdienst Umweltschutz, der Baumschutzkommission und dem Naturschutzbeirat abzustimmen.